Grußworte
1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz
Sehr geehrte Damen und Herren,
der 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz findet vom 15. bis 16. Oktober 2026 in Magdeburg statt. Wir laden Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen, haupt- und ehrenamtlich Engagierte aus Beratung, Betreuung, Pflege und Therapie sowie alle Interessierten herzlich dazu ein.
2026 steht der Kongress unter dem Motto „Zusammen Zukunft gestalten“. In Deutschland leben aktuell rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die meisten erkranken erst im höheren Alter, aber auch Menschen unter 65 Jahren sind betroffen. Die Zahl der Menschen mit Demenz wird bis zum Jahr 2050 auf 2,3 bis 2,7 Millionen steigen – sofern kein echter Durchbruch in der Therapie gelingt. Noch immer fehlt an vielen Stellen in Gesellschaft und Politik das Bewusstsein dafür, dass der demografische Wandel besonders bezogen auf das Thema Demenz eine echte Herausforderung darstellt. Denn angesichts steigender Zahlen von Betroffenen, einem langen Krankheitsverlauf, der Belastung für Menschen mit Demenz und für ihre An- und Zugehörigen und einer gleichzeitig abnehmenden Zahl professionell Pflegender, braucht es neue und innovative Lösungen, um ein gutes Leben mit Demenz zu ermöglichen.
Seit Gründung der ersten Alzheimer-Gesellschaften Mitte der 1980er Jahre ist bereits viel geschehen. Angehörige sowie ehrenamtlich und professionell Engagierte haben vielfältige Anstrengungen unternommen, um für Menschen mit Demenz und Pflegende ein besseres Leben mit der Krankheit zu erreichen. Heute gibt es eine Vielzahl von Angeboten zur Unterstützung und Entlastung. Es werden auch kontinuierlich neue Projekte initiiert und erfolgreich vor Ort umgesetzt. Leider noch viel zu selten in die Regelversorgung implementiert. Zudem erleben wir, dass die Versorgung in immer mehr Regionen nicht ausreichend sichergestellt ist und Menschen notwendige Hilfe nicht erhalten.
Auf unserem Kongress möchten wir uns gemeinsam mit Ihnen über innovative Ideen, wegweisende Konzepte, gute Erfahrungen aus der Praxis und erfolgreiche Strategien austauschen. Die Zukunft beginnt schon jetzt. Zusammen wollen wir uns daranmachen, sie so zu gestalten, dass ein gutes Miteinander für Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und alle um sie herum gelingen kann.
Wir bitten alle, die sich mit einem Beitrag am Kongress beteiligen möchten, bis zum 15. März 2026 eine kurze Zusammenfassung (Abstract) einzureichen.
Wir freuen uns darauf, Sie im Herbst in Magdeburg begrüßen zu können.
Swen Staack
1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. Selbsthilfe Demenz
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Diagnose Demenz verändert das Leben: das Leben der Betroffenen, aber auch das Leben der Angehörigen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Menschen mit Demenz und deren Angehörigen zu unterstützen. Dazu zählt die medizinische und pflegerische Versorgung ebenso wie die Förderung von exzellenter Forschung.
Zugleich ist es entscheidend, den Menschen gesellschaftliche Teilhabe zu sichern. In der Nationalen Demenzstrategie hat sich ein starkes Bündnis von Organisationen gefunden, die sich diesen Aufgaben stellen.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist einer der zentralen Akteure im Netzwerk der Nationalen Demenzstrategie. Das zeigt sie auch mit ihrem 13. Bundeskongress. Von dem lebendigen Austausch – auch mit Betroffenen und Angehörigen – gehen wertvolle Impulse aus, um das Leben der von Demenz betroffenen Menschen zu verbessern. Impulse, die auch für die Fortschreibung der Nationalen Demenzstrategie ab 2027 wichtig sind.
Mit der Fortschreibung der Nationalen Demenzstrategie werden wir die erfolgreiche Zusammenarbeit im Netzwerk fortsetzen. Bei allem was dabei entsteht, wird die Selbsthilfe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft ein Anker für die Menschen mit Demenz und ihre Familien bleiben.
Ich danke ihren Mitgliedern für ihr großartiges Engagement.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Prien
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Leserinnen,
liebe Leser,
Demenz ist ein Thema, das uns alle angeht – ob als Betroffene, als Angehörige, als Fachperson oder als Teil unserer Gesellschaft. Vielleicht haben Sie selbst einen Menschen mit Demenz in Ihrer Familie, in Ihrer Nachbarschaft oder in Ihrem beruflichen Umfeld begleitet. Die Erfahrung zeigt: Demenz berührt unser aller Leben, früher oder später, direkt oder indirekt.
Der 13. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, der am 15. und 16. Oktober 2026 in Magdeburg stattfindet, bringt uns zusammen – Menschen mit Demenz, Angehörige, haupt- und ehrenamtlich Engagierte aus Beratung, Betreuung, Pflege und Therapie sowie alle Interessierten. Wir laden Sie herzlich ein, Teil dieses wichtigen Austauschs zu werden.
„Zusammen Zukunft gestalten" – unter diesem Motto steht der Kongress 2026. Denn die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind groß und vielschichtig. Der demografische Wandel führt zu einem deutlichen Anstieg der Demenzerkrankungen. In Sachsen-Anhalt leben bereits heute mehr Menschen mit Demenz als in jedem anderen Bundesland – eine Entwicklung, die den Pflegebedarf massiv erhöhen wird. Häufig übernehmen Angehörige diese Pflege zusätzlich zu ihren eigenen Alltagsaufgaben, oft über Jahre hinweg und unter enormer persönlicher Belastung.
Zugleich stellt sich die grundlegende Frage, wie wir pflegerische Versorgung langfristig sicherstellen können. Mit dem „Zukunftspakt Pflege“ wurde im Dezember 2025 ein wichtiger Meilenstein erreicht: Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe hat fachliche Vorschläge vorgelegt, um auf einer stabilen finanziellen Grundlage eine bürgernahe und menschenwürdige pflegerische Versorgung – sowohl in der Stadt als auch auf dem Land – zu gewährleisten. Diese Entwicklungen werden auch auf dem Kongress eine Rolle spielen, denn nachhaltige Finanzierung und qualitativ hochwertige Versorgung sind untrennbar miteinander verbunden.
Demenz betrifft nicht nur ältere Menschen. Auch jüngere Menschen erkranken, oft an seltenen Demenzformen wie der frontotemporalen Demenz. Für sie gestaltet sich die Diagnostik besonders schwierig, und die Begleitung erfordert spezifische Unterstützung, die häufig noch fehlt.
Zugleich erleben wir wissenschaftliche Durchbrüche: Seit September 2025 stehen zwei Medikamente zur Verfügung, die den Verlauf einer Demenzerkrankung verlangsamen könnten. Doch dieser Fortschritt bringt neue Anforderungen mit sich – vor allem die Notwendigkeit einer frühen und präzisen Diagnostik, insbesondere für jung erkrankte Menschen.
Das führt uns zu drängenden Fragen: Wie können wir Menschen mit Demenz in allen Lebensphasen bestmöglich unterstützen? Wie stärken wir Angehörige in ihrer anspruchsvollen Rolle? Wie gestalten wir eine Gesellschaft, die Raum für Teilhabe und Würde schafft – auch mit Demenz? Und wie nutzen wir wissenschaftliche Fortschritte so, dass sie wirklich bei den Menschen ankommen?
Mit der Nationalen Demenzstrategie und den darauf aufbauenden Landesstrategien – wie der im November 2025 veröffentlichten Demenzstrategie Sachsen-Anhalt – wurden wichtige Grundlagen geschaffen. In Sachsen-Anhalt erfolgte die Entwicklung dieser Strategie in breiter Zusammenarbeit: Menschen mit Demenz, Angehörige, Fachpersonen aus allen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens, ehrenamtlich Engagierte sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft und Politik haben gemeinsam Ziele formuliert.
Doch Strategien allein verändern noch nichts – erst ihre Umsetzung macht den Unterschied. Der Kongress in Magdeburg bietet uns die Gelegenheit, gemeinsam nach vorne zu schauen. Wir wollen Chancen aufzeigen, Herausforderungen benennen und konkrete Perspektiven für die kommenden Jahre entwickeln. Wir wollen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam Wege finden, wie wir die Zukunft für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen würdevoll gestalten können.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich tagtäglich für Menschen mit Demenz einsetzen – in der Pflege, in der Forschung, in der Beratung, im Ehrenamt und in den Familien. Ihr Engagement, Ihre Kompetenz und Ihre Menschlichkeit sind das Fundament, auf dem wir eine demenzfreundliche Gesellschaft aufbauen können.
Lassen Sie uns diese zwei Tage im Oktober nutzen, um gemeinsam Zukunft zu gestalten. Jede und jeder von Ihnen bringt wertvolle Perspektiven und Erfahrungen mit. Nur zusammen können wir die notwendigen Veränderungen anstoßen und eine Gesellschaft schaffen, in der Menschen mit Demenz selbstbestimmt und mit Würde inmitten von uns leben können.
Ich freue mich darauf, Sie im Oktober 2026 in Magdeburg begrüßen zu dürfen und diese wichtigen Tage gemeinsam mit Ihnen zu gestalten.
Herzlichst
Petra Grimm-Benne
Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
